Was hilft gegen Muskelkater?

Was tatsächlich gegen Muskelkater hilft, das ist bei Sportlern und Medizinern noch immer ein heiß diskutiertes Thema. Im Prinzip schwört jeder Sportler auf sein eigenes Mittelchen, auf das er nicht verzichten möchte. Eines jedoch ist unumstritten: Hat man sich einen Muskelkater eingefangen, dann muss man seine sportlichen Aktivitäten auf ein Mindestmaß reduzieren, wodurch den betroffenen Muskeln die Zeit gegeben wird, sich auch vollständig zu regenerieren. Es gibt jedoch zahlreiche Möglichkeiten Schmerzen zu lindern ohne die Muskeln neu zu belasten.

Studien haben bewiesen, dass es kein unikates Allheilmittel gegen Muskelkater gibt, zu unterschiedlich reagieren Menschen auf bestimmte Behandlungsmethoden und Präparate. So bleibt einem Sportler nichts anderes übrig, als das für ihn hilfreichste Mittel selbst zu finden, also alles was möglich ist auszuprobieren.

Da jeder Sportler auf sein eigenes Hausmittel schwört, ist es sehr schwierig alle Behandlungen, die man ohne ärztliche Hilfe durchführt, und vorbeugende Maßnahmen aufzuzählen. Aber auch bei Hausmitteln gilt, dass bei einem Muskelkater Schonung an erster Stelle stehen muss. Wichtig: Jedes Hausmittel kann Schmerzen lediglich lindern und den Regenerationsprozess forcieren. Es gibt jedoch so etwas wie eine Rangliste der beliebtesten Hausmittel auf die Sportler schwören.

 

Salicylsäure

Der Saft der Sauerkirsche mit dem Inhaltsstoff Salicylsäure kann gegen Muskelkater helfen

Einen Versuch wert ist auf alle Fälle das regelmäßige Trinken des Safts der Sauerkirsche vor dem Beginn eines Trainings und wichtig: auch danach. Der Saft der Sauerkirsche beinhaltet Salicylsäure-Verbindungen, die nicht nur schmerzlindernd sind sondern auch Entzündungen verhindern.

Hilfe durch Antioxidantien

Im “British Journal of Sports Medicine” wird Hilfe durch Sauerkirschensaft durch Antioxidantien in den Kirschen beschrieben, sie sollen im Muskel wie Balsam wirken. In verschiedenen Foren wird aber auch berichtet, dass Sauerkirschensaft keinerlei Wirkung brachte. Vermutlich haben alle recht, denn dies ist ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich der menschliche Körper auf bestimmte Inhaltsstoffe reagiert. Vielfach jedoch kann auch hier der reine Glaube Berge versetzen, was einem Placebo-Effekt entspricht – Hauptsache es hilft.

 

Essigsaure Tonerde

Ein altbewährtes Hausmittel ist essigsaure Tonerde, die über entzündungshemmende und keimtötende Eigenschaften verfügt und nachweislich schmerzlindernd wirkt. ‚Essigsaure Tonerde‘ ist die volkstümliche Bezeichnung für Aluminiumdiacetat, das man durch eine Mischung von Natriumaluminat und Essigsäure gewinnt und meist mit Weinsäure als Stabilisierungsmittel versetzt wird.

Aluminiumdiacetat – ein anerkanntes Hilfsmittel

Wie erwiesenermaßen hilfreich Aluminiumdiacetat ist, zeigt sich daran, dass es in der Liste der WHO (Weltgesundheitsorganisation) als unentbehrliches Arzneimittel gelistet ist. In deutschen Apotheken wird „Essigsaure Tonerde“ meist unter dem Namen „Lenicet“ angeboten und verkauft.

Anwendung von essigsaurer Tonerde

Als wirksam gelten vor allem Wickel, obwohl es auch Salben gibt. Auf der betroffenen Stelle bringt man einen Wickel mit „Essigsaurer Tonerde“ an. In der Regel kommt auf einen Esslöffel einen viertel Liter Wasser, darin wird am besten ein Leinentuch getränkt und der Wickel über Nacht getragen. Für kurzfristige Schmerzlinderung ist „Essigsaure Tonerde“ nicht geeignet, dafür aber ist eine längerfristige Hilfe durchaus garantiert.

 

Wärme

Unbestritten ist jedoch die Hilfe bei Muskelkater durch Wärmen des Körpers. Ein heißes Bad in ätherischen Ölen, Fichtennadel- oder Rosmarin-Badezusätzen, einige Saunagänge oder am Warmbadetag eines Hallenbades einige Runden vorsichtig zu schwimmen, das sind mit die beliebtesten Hausmittel gegen Muskelkater.

Wärme und Radfahren

Durch Wärme wird die Durchblutung verstärkt, wodurch auf angenehme Weise der Muskel entlastet wird. Nicht wenige Sportler schwören beim „Kampf“ gegen Muskelkater neben Wärme auf gemütliches Fahrradfahren in leichtem Gelände, also ohne größere Belastung der Muskeln, aber als hilfreiches Mittel zur Muskellockerung. Beides wirkt sich wohltuend auf den Heilungsprozess einer beschädigten Muskelfaser aus und kann erfolgreich zu einer schnelleren Regeneration beitragen.

Wärme und Schwimmen – eine ideale Kombination

Die beste Kombination dürfte allerdings das Schwimmen in warmem Wasser sein. Mit Sicherheit befindet sich ein Hallenbad in der Nähe, das auch einen Warmbadetag anbietet, ansonsten reicht auch eine niedrigere Temperatur aus, wenn man sich anschließend unter die heiße Dusche stellt.

Leichte Schwimmübungen ohne jeglichen Ehrgeiz, das ist die Voraussetzung um einen heftigen Muskelkater zu verhindern. Kraulen oder gar Schmetterling können das Gegenteil bewirken, deshalb ist leichtes Brustschwimmen ohne Anstrengung zu empfehlen.

 

Sind Massagen sinnvoll?

Recht eindeutige Erfahrungen gibt es bei Massagen, selbst unter Ärzten ist es unumstritten, dass Massagen „Gift“ zur Bekämpfung eines Muskelkaters sind. Ärzte raten strikt davon ab, empfehlen jedoch zumindest leichte Massagen um eine Lockerung der Muskulatur zu erreichen. Am sinnvollsten ist es deshalb auch hier im Selbstversuch herauszufinden, ob Massagen helfen oder nicht. Auf jeden Fall sind übliche Massagen absolut kontraproduktiv, Massagen sollten eher ein leichtes Einmassieren von Ölen oder Salben sein.

 

Mittel gegen Muskelkater aus der Apotheke

Wem die Schmerzen bei einem Muskelkater zu stark werden, kann diese durch Medikamente lindern, die man in der Apotheke ohne Rezept bekommt. Wichtig ist aber zu wissen, dass es kein Mittel oder Medikament zur direkten Behandlung eines Muskelkaters gibt, aber viele Möglichkeiten den Heilungsprozess und die Linderung der Schmerzen zu forcieren. Eine Beratung durch den Apotheker ist unerlässlich. Mittel gegen Muskelkater, die man in Drogeriemärkten bekommt, sind nach Ansicht von Experten wenig hilfreich, da sie oft weniger Wirkstoffe enthalten als ein Apothekenprodukt. Gute Noten erhalten allerdings Magnesium-Brausetabletten von Rossmann, ein Mittel gegen Muskelkater, das von Öko-Test mit „sehr gut“ benotet wurde.

 

Hilft Kaffee gegen Muskelkater?

Interessant ist auch eine Studie der „University of Georgia“ in den USA die besagt, dass Kaffee bestens geeignet ist, um Muskelkaterschmerzen zu reduzieren – allerdings nur dann, wenn die Betroffenen üblicherweise Kaffee lediglich in geringen Mengen trinken.

Kaffee lindert die Schmerzen um etwa die Hälfte bei Personen, die im täglichen Leben wenig oder gar keinen Kaffee trinken. In diesem Fall können zwei Tassen wahre Wunder bewirken, so das Ergebnis dieser Studie. Die schmerzlindernde Wirkung von Kaffee wird auf das Koffein und seine Inhaltsstoffe zurückgeführt.

 

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