Hilft eine Muskelkater-Salbe tatsächlich?

Muskelkater mit einer durchblutungsfördernden Salbe zu lindern und den Heilungsprozess positiv zu beeinflussen ist so etwas wie Standard. In Internetforen wird vielfach Heparin- oder Pferdesalbe empfohlen, also Empfehlungen, die auf persönlichen Erfahrungen beruhen.

Pferdesalbe auch für den Menschen hilfreich

Einst nur bei Pferden angewendet, wurde durch Zufall entdeckt, dass diese Salbe dem Menschen auch bei Muskelbeschwerden aller Art hilft. Heute wird Pferdesalbe wie selbstverständlich auch bei Muskelkater angewendet. Viele Sportler, auch Profis, loben Pferdesalbe über den „grünen Klee“ und erwähnen immer wieder die apothekenpflichtige „Ensbona Pferdesalbe“, die mit Rosmarin, Arnika und Roßkastanienextrakt und anderen Ingredienzien zusammengesetzt ist (siehe unten). Es gibt allerdings noch viele andere Hersteller deren Produkte sich leicht unterscheiden.

Zusammensetzung einer Pferdesalbe

Die wichtigsten Inhaltsstoffe einer Pferdesalbe sind sehr umfangreich und werden hier zur Information einmal aufgelistet, damit besteht die Möglichkeit des Vergleichs mit anderen Pferdesalben:

Aesculus Hippocastanum, Alcohol, Aqua, Butylene Glycol, Carbomer, EDTA, Ethoxydiglycol, Arnica Montana, Glycerin, Glycol, Camphor, Menthol, Propylene, Rosmarinus Officinalis und Sodium Hydroxide.

Diese Mischung der „Ensbona Pferdesalbe“ wirkt kühlend, aktivierend und entspannend und lindert so die Schmerzen eines Muskelkaters.

In der Fachzeitschrift Clinical Journal of Sport Medicine (Bd. 13, S. 200) beschreiben Wissenschaftler eine Creme mit dem Wirkstoff Ketoprofen, der sich in zahlreichen Tests als sehr hilfreich gegen Muskelkaterschmerzen erwiesen hat. Ketoprofen kennt man eher unter dem Namen „Spondylon®“, es ist ein Analgetikum.

Wissenschaftler an der Universität von Kalifornien in San Diego untersuchten daraufhin die Wirkung einer Ketoprofensalbe, die auf die Haut aufgetragen wurde. Das Ergebnis dieser Studie war eindeutig, alle Testpersonen, die kaum Sport betrieben haben, litten nach einem harten Training weit weniger an Muskelkater als die, denen eine Placebosalbe verabreicht wurde. Wer eine Ketoprofensalbe testen möchte, sollte sich in einer Apotheke beraten lassen.

Mediziner sehen Salben eher skeptisch

Deutsche Sportmediziner sehen Salben allerdings nicht als Allheilmittel an, da Salben lediglich die oberen Gewebeschichten positiv beeinflussen und nicht in die tieferliegende Muskulatur eindringen. Was heißt, dass Salben eher unterstützend wirken, aber nicht wie alle anderen Präparate auch den Heilungsprozess der beschädigten Muskeln beeinflussen können.

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