Welche Mittel gegen Muskelkater helfen wirklich? Eine Zusammenfassung in zehn Punkten:

 

1. Erkenntnis: Es gibt kein Allheilmittel

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass es kein Allheilmittel gegen Muskelkater gibt, dass es keine Möglichkeit gibt, medizinisch oder chirurgisch verletzte Muskelfasern zu reparieren. Die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers reparieren Muskelfaserrisse von alleine.

2. Erkenntnis: Die Suche nach dem besten Präparat ist individuell verschieden

Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, um die Schmerzen eines Muskelkaters zu lindern. Hierzu gehören Präparate aller Art genauso wie Hausmittel, auf die viele Sportler schwören. Eine weitere Erkenntnis ist die Tatsache, dass jeder Sportler sein individuelles Hilfsmittel selbst finden muss, da jeder Körper anders darauf reagiert. Was bei dem einen ein wahres Wundermittel sein kann, ist bei einem anderen die Wirkung gleich Null.

3. Erkenntnis: Vorbeugung durch richtige Ernährung

Das beste Mittel gegen Muskelkater ist und bleibt eine gute Vorsorge. Diese beginnt bereits mit einer gesunden Ernährung – unverzichtbar um über eine optimal versorgte Muskulatur zu verfügen. Auch unterstützende Präparate können durchaus sinnvoll sein, denn Kalzium, Magnesium und Kalium sind für den Stoffwechsel der Muskeln äußerst hilfreich und können Muskelkaterschmerzen vorbeugend zu lindern. Für die Zuführung wertvoller Mineralstoffe sind Getreide- und Milchprodukte sowie Obst unverzichtbar. Hält man sich an diese Faustregeln hat man bereits die Grundlage für ein möglichst schmerzfreies Training gelegt.

Die Muskulatur schreit förmlich nach einer Ernährung, sie benötigt Kohlenhydrate und Proteine (Milchprodukte, Fleisch und Fisch), in geringen Mengen auch Fett. Neueinsteigern wird empfohlen, sich bereits Wochen vor Trainingsbeginn kundig zu machen, wie hoch der Kalorienbedarf ist, um das für ihn ideale Ernährungsprogramm zusammenstellen zu können. Es ist durchaus empfehlenswert, sich im Zweifelsfalle fachärztlichen Rat zu holen. Für Vegetarier und Veganer gelten andere Richtlinien, gerade sie sollten nicht auf auf eine Ernährungsberatung verzichten. Hier sei noch zu erwähnen, dass Vegetarier und Veganer für einen Muskelkater anfälliger sind als die Menschen, die auch Fleisch essen.

4. Erkenntnis: Die Medizin ist sich nicht in allem einig

Der renommierte Professor Dr. med. Dieter Böning, Chefarzt am „Campus Benjamin Franklin Institut für Sportmedizin“ in Berlin, vertritt die Meinung, dass die beste Vorsorge gegen Muskelkater ein überstandener Muskelkater ist, doch lange nicht alle Mediziner vertreten diese These. Einig sind sie sich jedoch darin, dass man ein Training nur langsam aufbauen sollte und richtiges Aufwärmen unverzichtbar (Betriebstemperatur) ist. Sehr wichtig ist auch regelmäßiges Trinken, und nach einem Training ist Wärme ein probates Mittel, welches ein heißes Bad mit ätherischen Ölen oder ein Saunabesuch sein kann.

5. Erkenntnis: Homöopathie und klassische Medizin müssen sich nicht widersprechen

Für eine erfolgreiche Behandlung von Muskelkaterschmerzen ist im Prinzip jedes Mittel recht. Viele Sportler schwören auf ihr eigenes Hausmittel, andere verwenden ausschließlich homöopathische Präparate und wieder andere greifen auf Mittel der pharmazeutischen Industrie zurück. Es gibt ein Für und Wider, entscheidend ist aber immer, welches Präparat tatsächlich hilft – und genau dies muss jeder Sportler für sich selbst entscheiden.

6. Erkenntnis: Wärme ist das wirksamsten Hilfsmittel gegen Muskelkater

Wärme steht in der Rangfolge der Hilfsmittel an erster Stelle. Es ist unbestritten, dass Saunagänge, heiße Bäder in ätherischen Ölen oder auch heißes Duschen schnelle und effektive Hilfe bringen, Schmerzen mildern und den Heilungsprozess forcieren.

Egal ob Sauna, Badewanne oder Dusche, erst das kalte Abschrecken bringt das gewünschte Ergebnis.

7. Erkenntnis: Dem Körper in der Regeneration Zeit lassen

Die Selbstheilungskräfte des Körpers brauchen nur eines, nämlich Zeit. Hat man sich einen Muskelkater eingefangen, ist falscher Ehrgeiz reines Gift für den Heilungsprozess. Lediglich leichte Lockerungsübungen ohne körperliche Anstrengung oder gemütliches Schwimmen im warmen Wasser sind zu empfehlen. In der Regel verschwindet der Muskelkater – je nach körperlicher Konstitution – nach vier bis sechs Tagen von alleine. So lange brauchen die Muskelfasern um die beschädigten Mikrorisse wieder zu schließen.

8. Salben und Öle helfen Muskeln und Haut

Von Massagen während eines Muskelkaters ist dringend abzuraten. Salben und Öle sind nur dann hilfreich, wenn sie sehr, sehr vorsichtig an den betroffenen Stellen aufgetragen werden. Keinesfalls darf Druck ausgeübt werden, selbst leichtes Einmassieren sollte man vermeiden, sondern Salben und Öle auf der Haut nur leicht verteilen.

Es gibt ein Überangebot an Salben und Ölen, das kaum noch überschaubar ist. Aber wie mehrfach erwähnt, bleibt es einem Sportler nicht erspart, das Präparat selbst zu finden, das ihm am meisten hilft. Nicht vergessen sollte man die Möglichkeit, Salben und Öle selbst herzustellen, die Anweisungen hierfür findet man im Internet.

9. Werbung dient nur zum Kasse machen

Das Problem Muskelkater ist also ein sehr komplexes und so umfassend, dass immer wieder neue Behandlungsmethoden die Runde machen. Die Werbung suggeriert Wunderdinge, und die Produktanbieter werden immer mehr. Ob Pharmaindustrie oder Hersteller von homöopathischen Präparaten, sie alle wollen mit ihrem Überangebot hauptsächlich Geld verdienen – und dabei spielt speziell der Muskelkater ein große Rolle. Kein Hersteller kann jedoch einem Patienten tatsächliche Hilfe garantieren, die Versprechungen sind größer als die Wirkung – zumindest in den meisten Fällen. Man darf sich also von den Werbeversprechen nicht blenden lassen und sich an den Empfehlungen auf dieser Seite orientieren.

10. Fazit

So bleibt als Fazit die Erkenntnis, dass es – wie bereits erwähnt – kein Allheilmittel gegen Muskelkater gibt, auch wenn die Werbung etwas anderes verspricht.

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